Zwischen Kamelle und Kommerz: Ein Zeitwerkzeug-Vergleich der Hilbringer Fastnacht

Wenn morgen das neue „Neues aus Merzig“ im Briefkasten liegt, blättern wir in einer Welt nach der Gebietsreform. Doch werfen wir heute einen Blick zurück in das Jahr 1970. Das Hilbringer Amtsblatt jener Tage atmet einen ganz eigenen Geist – eine Zeit, in der Hilbringen noch eigenständig war und die Fastnacht (oder „Fösend“, wie wir hier sagen) das dörfliche Leben auf eine Weise dominierte, die man heute fast suchen muss.

1. Die Ästhetik der Bescheidenheit: Werbung 1970

In den 1970er Jahren war Werbung im Amtsblatt kein Hochglanz-Spektakel. Es war Handwerk.

  • Typografie statt Filter: Anzeigen wurden mit fetten Lettern und einfachen Rahmen gesetzt. Ein „Helau“ in Schreibmaschinenschrift hatte mehr Gewicht als heute ein durchoptimiertes Instagram-Ad.

  • Der Fokus auf das Lokale: Die Werbung bezog sich direkt auf die Gaststätten vor Ort. Ob „Gasthaus zur Post“ oder lokale Metzgereien – die Anzeige war ein Versprechen: Hier findet die Fösend statt. Es ging nicht um überregionale Marken, sondern um das Dorf als Epizentrum.

2. Fastnacht als Wirtschaftsmotor

Damals wie heute ist die Fastnacht ein wichtiger Faktor, doch die Schwerpunkte haben sich verschoben:

  • 1970: Die „Bälle“ standen im Vordergrund. Kostümverleih-Anzeigen oder die Einladung zum „Kappenabend“ dominierten. Man kaufte lokal, man feierte lokal.

  • Heute: Werbung in „Neues aus Merzig“ ist oft professioneller, aber auch distanzierter. Großveranstaltungen und professionelle Umzugsorganisationen haben die kleinen Nachbarschaftsbälle in den Hintergrund gedrängt.

Fastnacht, Fösend. 

Foto KI

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