Von altem Schrot und Korn.


Es gab in sehr alter Zeit bei uns nur zwei Getreidearten: das Korn und den Hafer. Man säte zunächst Roggen und im zweiten Jahre Hafer, dann Brache. Erst im 11. Jahrhundert kam zu den beiden Früchten der Weizen. Das war für die ganze Lebenshaltung unserer Vorfahren ein gewaltiger Fortschritt, da es jetzt der Hausfrau möglich wurde, auch Feingebäck und sonstige bessere Speisen herzustellen.
Der Weizen erscheint zuerst am Ausgange des 11. Jahrhunderts bei Fitten, Mechern und Serrig. Bald darauf wird er auch zu Besseringen, Wellingen, Mettlach und Saarburg genannt. Das sind lauter Orte, die nahe den altlothringischen Weizengebieten, dem heutigen Seilleland, liegen, so dass der Anbau dieser Frucht von dort aus zu uns gekommen sein wird.
Die Gerste war früher eine seltene Frucht in unserem Gebiete. Sie erscheint im 12. Jahrhundert hauptsächlich bei Bachem, Besseringen und Taben. Diese Orte haben die Gerste in die Klöster St. Maximin und Mettlach geliefert, wo man wahrscheinlich Bier braute. Um das Jahr 1450 wird auch eine Klosterbrauerei zu Tholey erwähnt. Woher sie ihre Gerste bezog, wissen wir nicht. Sehr wahrscheinlich aber kam sie aus der Baumholder Gegend, wo infolge einer starken Schafzucht seit alters Gerste gepflanzt wurde.
Eine Frucht, die den Sommerschlag mit dem Hafer teilte, war das Heidenkorn. Es kam erst im 17. Jahrhundert bei uns in Schwang. Seinen Namen hat es von den Tataren, aus deren Land es stammt. Die Franzosen nennen es deshalb Sarazenenkorn.
Nach alten heimatkundlichen Texten um 1930
Views: 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert