Gehannsdaach, Johannistag, Patronatsfest in Mondorf und Bräuche aus früherer Zeit.

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(Lothar Bauer 6/23)
Heute am Gehannsdaach der auch Johannistag genannt wird, wird die Mondorfer Kirmes gefeiert. Für uns Silwinger auch die Große Kirmes, weil unser Ort schon seit Anfang an zur Pfarrei Mondorf gehörte.  Im November feiert Silwingen dann seine kleine Kirmes.
Der hl. Johannes ist ungefähr seit dem 30-jährigen Krieg der Patron der Mondorfer Kirche. Die Kirchenpatrone haben im Laufe der Jahrhunderte gewechselt. In früherer Zeit sollen es die hl. Katharina und der hl. Remigius gewesen sein. Nach 1600 wird auch der hl. Michael erwähnt. Und nach dem 30jährigen Krieg ist der hl. Johannes der Täufer mit St.Wendelin als Nebenpatron.
Dieses Patronatsfest wurde in Mondorf immer mit großer Feierlichkeit gegangen. Es war ein Wallfahrtstag mit feierlicher Prozession, zu der auch die Pfarrkinder der zugehörigen Ort Waldwisse und Biringen erscheinen mussten. Im Anschluss an die kirchliche Feier fand ein Jahrmarkt statt, der ebenso wie die damaligen größeren Märkte eine gewisse Bedeutung für Wirtschaft und Volksleben hatte. Die Verwandten und Bekannten aus den umliegenden Dörfern wurden zum Kirmesessen eingeladen. Und bei günstigem Wetter und einer üppigen Kirschenernte war der Andrang sehr groß.
Die Marktgerechtigkeit hatte die Abtei St. Matthias, wozu auch der Weinausschank gehörte und nur der von der Herrschaft gestellte Wein verzapft werden durfte. Dazu gehörte auch die Bereitstellung der Spielleute und die Vergabe des ersten Tanzes. Diesen konnte man zu einem gewissen Obolus erwerben. Auch manch Händler und fahrendes Volk war anwesend. So dass die Obrigkeit
alle Hände voll zu tun hatte das Recht umzusetzen und auf die Vorschriften zu achten.
Da der Johannistag und die Sommer Sonnenwende eng beisammen liegen wurden deren Brauchtümer im Laufe der Zeit vermischt, so dass manch heidnisches Brauchtum noch aus der vorchristlichen Zeit erhalten blieb.
Im Mittelpunkt stand einst das Johannisfeuer mit dem Feuerreigen und Feuerspringen, das am Vorabend des Johannitages entfacht wurde.
Feuerräder rollten zu Tale, so wie es schon lange und auch heute noch im lothringischen Sierck-les-Bains beim Saint Jean Fest der Fall ist.
Dem Wettergott Donar wurden geweihte Kräuter ins Feuer geworfen und schmückten mit ihnen die Haustüren und Dächer von Hof und Haus, um sie vor Blitzschlag zu feien.
Die Feuerasche wurde über die reifenden Fruchtfelder gestreut um sie vor Hagel und Blitz zu schützen.
Von diesen Feuerbräuchen die bleib nicht mehr viel übrig, obwohl zu NS Zeit versucht wurde diese wieder zu beleben.
Noch im 19 Jahrhundert schrieb die heimische Volkskunde den an Johanni blühenden Heilkräutern eine besonders Kraft zu. Man sollte sie unberührt vom ersten Sonnenstrahl zwischen Tau und Tag pflücken. Erwähnen möchte ich das Farnkraut. Sein an Johanni gesammelter goldkörniger Samen soll unsichtbar machen und die Kraft von neuen Männern verleihen. Das Farnkraut ist de Sage nach das Irrkraut auch Irrwurz genannt. Wer darauf tritt verliert den rechten Weg.  Den Schatzgräbern aber verraten an den Kreuzwegen brennende Flämmchen unterirdische Schätze, die sich unter Einhaltung gewisser Riten am Johannisabend heben lassen. Der nach Johanni schweigende Kuckuck soll sich bis zum nächsten Jahr in einen Stossvogel (Sperber) verwandeln.
Früher wurde nach Johanni zum Ende der Schafskälte gleich als erste Ernte des Jahres die Heuernte eingeleitet. Heute hat sich der Rhythmus des bäuerlichen Lebens doch massiv geändert.
In unseren Gärten reifen die Johannisbeeren und auch das Johanniskraut blüht in gelber Pracht.
Die Glühwürmchen früher auch Gehannsfenkelcher genannt tanzten in früheren Zeiten durch die Nächte. Heute sind sie nur noch selten zu sehen.
Der Johannestag ist auch ein Lostag in der Landwirtschaft besonders für die Rüben, von denen es heute eigentlich gar keine mehr gibt, und den Hafer. Und für das Wetter, an dem bestimmte bäuerliche Vorhersagen über das Wetter getroffen werden.
Die bekannteste Wetterregel ist wohl „Auf Johanni bitt um Regen, nachher kommt er ungelegen“. Dieser Spruch ist die erste Wetterregel die ich bewusst hörte und seit dem nicht mehr vergessen habe.
Hier noch einige alte Wetterregeln:
Vor Johannie e Rommel, nach Johanni e Rommelchien. – An Geahnnesmorjen stäht de Höwer noch en Sorjen – Winzersprüche: Johanniblut(Blüte) tut immer gut – Wenn un Johanni de Trauwen hänken, kann man an Merdesdaag die Gleeser schwenken.
Der Marienkäfer auch Johanniskäfer gerannt war dem Donnergott geweiht.
Aus dem Kreis Merzig stammt der Spruch: Hannspüppche flei und au net länger worte, Die Heisje brennd, die Söppche kochd, die Kindche kräscht, Die Gäß die läft öm Goarten. Se Frößt die greinen Blärder all. On lößt die durre wösen.
Noch vieles gäbe es zu diesem besonderen Tag zu erzählen. Und auch sehr unterschiedlich waren die früheren Bräuche, so dass wir hiermit schließen wollen.

Quelle: Nachlass und Artikel Dr. Anton Jacob Mondorf, Bürgerarchiv Merzig, Kreisarchiv Merzig

 

 

 

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