Das Silwinger Wappen – ein Sonderfall!?

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Ein einfacher Eichenzweig mit vier Blättern und Eicheln in grün gehalten auf silbernem (weißem) Grund.
Es hat keinen historischen Hintergrund wie die meisten Wappen anderer Orte, die damit einen Bezug zur Ortsgeschichte nehmen.
Unser Wappen hat eher einen geographischen Hintergrund.
Die Begründung ist im Buch „Die Wappen des Saarlandes“ dargelegt.
„Die Lage des Ortes zwischen zwei bewaldeten Bergen wird durch den Wappeninhalt symbolisiert, wobei auf eine mögliche Deutung des Ortsnamens ( lat. silva=Wald) verzichtet wurde.“ Diese Deutung wird Kell zu Geschrieben der sie in seinem 1925 erschienen Buch „Geschichte des Kreises Merzig“ darlegte.
Das Wappen wurde von dem Heraldiker Kurt Hoppstädter gestaltet. Hoppstädter ist für viele Wappen des Saarlandes verantwortlich. Er gestaltete die Wappen für achtzig saarländische Kreise, Ämter und Gemeinden. Und so ganz unbekannt war im unsere Gegend auch nicht:Von 1929 bis 1931 leitete er die Zollstelle des Güterbahnhofs Merzig.
Es wird also explizit darauf hingewiesen das nicht auf den Ortsnamen, dessen Herkunft schon verschiedene Definitionen hervorbrachte, Bezug genommen wird. Und dort besonders auf den römischen Ursprung. Dazu ist zu sagen das es in unserer Region nur wenige Orte gibt deren Name einen römischen Ursprung hat. Genannt werden sollen hier Merzig/Martiaticum und Mechern, maceria=Mauer.
Auch der Mondorfer Heimatforscher Dr. Anton Jacob reichte seiner Zeit bei den entsprechenden Stellen einen Vorschlag ein, einen Eichbaum auf grünem Hügel der mit drei silbernen Pflugscharen belegt ist.
Der Baum sollte die Wurzeln des Ortsnamens aus Wald symbolisieren. Die drei Pflugscharen, das Dorf das sich aus drei Höfen entwickelte.
Der Vorschlag wurde mit der Begründung abgelehnt das das Zurückführen des Ortsnamens auf Silva, lat. für Wald, laut Max Müller nicht gegeben ist. Sondern eher auf den fränkischen Sippennamen Silulf deutet.
Zur Ablehnung der drei Pflugscharen gab es keine Erklärung.
Aber gerade diese Pflugscharen die sich auf drei Höfe bezieht die im Jahre 1519 in der Steuerliste und 1563 im Feuerbuch Erwähnung finden und aus dehnen sich das Dorf entwickelte hätten eine historische Grundlage gebildet.
Diese drei Höfe gehen auf drei frühere Herren zurück den Abt von St. Matthias, den Mattheiser Herren, dem Kurfürsten von Trier und dem Grafen von der Leyen. Es handelte sich um sogenannte Fronhöfe, also herrschaftliche Gutshöfe im System der Grundherrschaft.
Und auch wenn man die lateinische Wurzel des Namens nicht gelten lassen wollte, so ist es doch unumstritten das in Silwingen eine römische Villa Rustica, ein römisches Landhaus, gestanden hat. Entsprechende Funde wurden beim Bahnbau 1910 gemacht, sogar Mosaike die eventuell auf ein Badehaus schließen lassen wurden gefunden. Und in weiteren Distrikten gab es römische Funde. Also gab es doch eine Villa am Wald und man hätte diese historische Definition akzeptieren können.
Laut Jacob gab die Kommission keine genaue Erklärung dafür ab warum Eichenblätter und Eicheln gewählt wurde.
Warum dem Entwurf Jacobs nicht der Vorgang gegeben wurde, darüber ist nichts genaues bekannt.
Man kann aber davon ausgehen das der Vorschlag des Heraldikers Hoppstädter bevorzugt wurde.
Interessant das die Vorschläge für die Ortswappen der Kommission für saarl. Landesgeschichte und Volksforschung vorgelegt werden mußte, ebenso auch Antosn Vorschlag. Und Hoppstädter dieser Kommission seit 1951 angehörte.
Diese Ablehnung des Vorschlages eines Historikers vor Ort zog aber schon gewisse Kreise. Die den Hilbringer Heimatforscher Leo Griebler daraufhin veranlasste einen Artikel zur Thematik bei der SZ einzureichen, der Artikel erschien am 22.03.1960 in der SZ.
Griebler wirft dort noch eine andere Deutung des Namens Silwingen in den Raum.
Der Ortsname Silwingen wird aber Thema eines anderen Artikels sein und darin widmen wir uns auch Grieblers Aussagen. Unter anderem.
Erwähnung finden sollte noch das mit der Eingemeindung des jeweiligen Ortes in die Stadt Merzig zum 1. Januar 1974 das Wappen seine amtliche Gültigkeit verlor.
Ob es bei anderen Wappenvorschlägen ähnliche Vorkommnisse gab oder mehr als ein Vorschlag eingereicht wurde ist mir nicht bekannt. Ich habe in dieser Richtung noch nicht geforscht. Vielleicht werde ich das für den ein oder anderen Ort des ehemaligen Amtes Hilbringen noch machen.
Die Wappenverleihung wurde Sonntag den 13 März 1960 im Rahmen einer Feier im Gasthaus Ley vorgenommen. Darüber werde ich im Anschluss berichten.
Quellen: Nachlass Anton Jacob, Kell „Geschichte des Kreises Merzig“, Buch „Wappen des Saarlandes. Artikel MVZ und SZ, Bürgerarchiv Merzig
Von Lothar Bauer/Merzig Silwingen 02/24

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