Viele Pläne gibt es zu Bahnstrecken Reaktivierungen darum hier ein Rückblick :
Die Bürgermeister aus dem Saarland und Luxemburg die eine direkte Verbindung über Schengen/Remich ins Gespräch bringen waren aber nicht die ersten die diesen Vorschlag hatten.
Schon vor über 100 Jahren wurden Bahnstrecken wie die Niedtalbahn oder die Rosseltalbahn geplant, um die Region zwischen Saar und Mosel besser zu erschließen. Heute stehen einige dieser alten Trassen erneut im Fokus: Die Reaktivierung der Niedtalbahn bis nach Bouzonville wird von Kommunalpolitikern diskutiert, und auch die Rosseltalbahn ist Teil moderner Überlegungen, historische Verkehrsachsen wiederzubeleben. Ein Rückblick zeigt, dass die Idee einer direkten Verbindung zwischen Saarland und Luxemburg keineswegs neu ist.
Ein Hauch von Europa: Remich, Merzig und die Mosel-Lahn-Bahn
Bereits seit den 1870er Jahren bestanden Pläne, die Region zwischen Saar und Mosel durch Eisenbahnlinien besser zu erschließen, was sowohl wirtschaftliche als auch strategisch-militärische Gründe hatte. Ein früh diskutiertes Projekt war eine Bahnlinie von Remich nach Merzig, die Teil einer internationalen Verkehrsachse von Belgien und Luxemburg über das Saarland nach Süddeutschland werden sollte. Dieses Vorhaben wurde jedoch 1898 von der Reichsbahn mit der diplomatischen Begründung abgelehnt, es übersteige das tatsächliche Verkehrsbedürfnis. Dennoch wurde die Idee 1913 erneut vom luxemburgischen Parlament aufgegriffen und fand später Erwähnung in Denkschriften deutscher Städte. Allerdings scheinen die Planungen aufgrund anderer politischer und wirtschaftlicher Überlegungen eingestellt worden zu sein, bevor solche Details wie die Überwindung des Höhenunterschiedes vom Moseltal auf de Saargau in die Planung aufgenommen wurden.
Oktober 1889 Im Kanton Sierck spricht man laut einiger Lothringer Blätter von einer Eisenbahnverbindung zwischen Sierck und Merzig. Auch dort wird wieder der militärische Aspekt ins Spiel gebracht. Die Strecke soll von Sierck über Rettel,Kerlingen, Obersierck, Kirschnaumen, Reimlingen, Waldwiese, Biringen, Mondorf nach Merzig führen.
Im Dezember 1898 kam dann eine Strecke von Metz nach Merzig ins Gespräch.
Folgende Orte sollten dabei berücksichtigt werden: Vugny, Lüttingen, Kedingen, Klangen, Kemplich, Monnern, Kreuz, Hargarten, Halsdorf Waldwiese über Silwingen Mondorf.
April 1899 Metz an Waldwisse vorbei nach Konz
Mai 1899 Metz-Kedingen-Waldwiese nach Merzig
Und auch eine Linie von Zerf nach Losheim war im Gespräch
Pläne einer Nebenbahn durch das Leuktal (1905). Im Jahr 1905 entstand der Plan einer Nebenbahnstrecke von Waldwiese über Büschdorf nach Saarburg durch das Leukbachtal vorgelegt, die folgende Strecke zum Ziel hatte: Metz,Waldwiese, Launstdorrf, Eft, Borg, Kirf, Mannebach, Tawern, Karthaus bei Trier. Obwohl dieser Vorschlag ernsthaft geprüft wurde, scheiterte er an den erheblichen Höhenunterschieden, die für militärische Zwecke eine zu starke Neigung verursacht hätten. Alternativ wurde zeitweise eine elektrische Straßenbahnlinie von Saarburg bis Orscholz vorgeschlagen, die auch den Gütertransport ermöglicht hätte.
Bürgermeister Thiel äußerte 1905 Bedenken bezüglich der geplanten Streckenführung nach Waldwiese. Er empfahl stattdessen eine Trassenführung von Saarburg über Oberleuken und Büschdorf direkt nach Merzig. Diese hätte die Gemeinden Borg, Kirf und Orscholz-Freudenburg stärker nach Merzig orientiert. Allerdings sprach für die Anbindung an Saarburg-Beurig die direkte Bahnverbindung nach Trier.
Eine technisch umsetzbare Variante sah eine Streckenführung von Saarburg-Beurig über Saarburg-Süd, Trassem, Collesleuken, Weiten, Oberleuken, Büschdorf, Wehingen, Büdingen, Schwemlingen und Hilbringen bis nach Merzig vor.
Eine spätere Variante plante eine Strecke bis Orscholz inklusive eines elektrischen Straßenbahnnetzes von Hilbringen über Ballern, Rech, Ripplingen nach Schwemlingen mit Gütertransportmöglichkeiten. Diese Strecke hätte maximal eine Steigung von 1:40 aufgewiesen, während bestehende Planungen sogar Neigungen bis 36 ‰ (1:28) vorsahen. Die Umsetzung hätte den Bau eines etwa 450 Meter langen Tunnels erfordert, der geplante Bahnhof Saarburg-Süd wäre zudem etwa einen Kilometer außerhalb der Stadt entstanden. Die Gesamtlänge der Leuktalbahn hätte rund 35,1 km betragen, im Vergleich zur kürzeren Saarstrecke von 25,6 km. Die Baukosten wurden auf etwa 7,6 Millionen Mark geschätzt.
Militärische Bedeutung der Saargaulinie Zeitgleich entstanden Pläne für eine sogenannte „Saargaulinie“ von Karthaus über Kirf nach Waldwiese. Diese wäre militärisch günstiger gewesen, da sie geringere Steigungen von maximal 25 ‰ vorsah. Als optimaler Standort für einen Bahnhof wurde Büschdorf vorgeschlagen, da von dort zahlreiche Orte wie Tünsdorf, Wehingen, Nohn, Orscholz, Wellingen und Bethingen innerhalb eines Radius von fünf Kilometern günstig erschlossen worden wären.
Die 1900 bei Bauarbeiten einer Pioniereinheit aus Metz entstandene Margarethenquelle am Leukbach nahe Orscholz deutet auf damalige intensive Planungen einer Verbindung zwischen Saarburg und Waldwiese hin, um Saar- und Moselbahn miteinander zu verbinden. Trotz dieser Bemühungen, die Waldwiese als wichtigen Knotenpunkt vorgesehen hatten, blieben diese Projekte letztlich aus wirtschaftlichen, politischen und militärischen Gründen unrealisiert.
Ebenfalls 1905 entstand ein ambitionierter Plan für eine Bahnstrecke von Metz über Waldwiese nach Kirf, Karthaus bei Trier. Dieses Projekt hätte nicht nur militärischen Zwecken gedient, sondern auch 32 Gemeinden mit etwa 12.000 Einwohnern erschlossen. Die Route galt als technisch realisierbar, hätte aber aufgrund der Höhenunterschiede zwei kurze Tunnel (320 und 360 Meter Länge) benötigt und wäre mit einer maximalen Steigung von 1:36 umsetzbar gewesen. Zugegeben wird, dass die Anordnung eines Bahnhofes bei Büschdorf in dem Projekte der Saargaulinie Karthaus-Waldwiese zweckmässiger erscheint als bei Eft, sei es dass die Bahn direkt von Borg nach Büschdorf oder dass sie von Eft aus in östlicher Richtung ohne Talüberschreitung nach Büschdorf geführt wird. Diesem Bahnhofe werden die Orte Ober-Mittel- und Unter-Tünsdorf, Wehingen sowie auch Nohn und Orscholz zuzuweisen sein und dem Bahnhofe Launsdorf die Orte Wellingen und Bethingen. Sämtliche Orte liegen noch innerhalb der 5 km Sphäre des Hinter-landes der Bahnhöfe und gelten als durch die Bahn aufge-schlossen.
Trotz technischer Unterstützung durch den Eisenbahn-Obergeometer Mieck im Jahr 1912 scheiterte dieses Projekt letztlich am fehlenden politischen Willen.
Machbarkeit und Realismus der Bahnprojekte Technisch betrachtet waren die geplanten Bahnlinien durch das Leuktal nur mit erheblichen baulichen Herausforderungen verbunden. Das enge und steile Tal hätte umfangreiche Eingriffe wie Tunnel- und Brückenbauwerke erfordert, was hohe Kosten verursacht hätte. In Anbetracht der damaligen technischen Möglichkeiten sowie des immensen finanziellen und logistischen Aufwandes erscheint die Umsetzung dieser Pläne fraglich. Trotz theoretischer Machbarkeit scheiterten sie an fehlendem politischem Willen und wirtschaftlichen Erwägungen. Die Möglichkeit, Waldwiese zu einem wichtigen Bahnknotenpunkt zu machen, blieb somit historisch betrachtet gering und bestätigte sich letztendlich nicht.
Quelle: Zeitungsartikel Sammlung Becker-Krapp, Abschrift Leuktalbahn 1912, Ordner Bahn … Archiv Kreisheimat Museum Merzig.
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