Warum ein halb leerer Fülltrichter einen mechanischen Pelletofen besser heizen lässt
Bei mechanischen, stromlosen Pelletöfen zeigt sich im praktischen Betrieb ein Effekt, der in Bedienungsanleitungen und im Internet kaum erwähnt wird: Der Füllstand des Pellettrichters beeinflusst unmittelbar das Heizverhalten und den Zug des Ofens.
Die verbreitete Annahme, ein möglichst voller Trichter sei grundsätzlich vorteilhaft, trifft auf diese Ofenbauart nicht zu.
Im Dauerbetrieb kann ein sehr voller Fülltrichter dazu führen, dass der Pelletnachschub in den Brenntopf höher und gleichförmiger ausfällt. Die Folge ist eine breitere, aber oft kühlere Flamme. Bei Öfen ohne Gebläse und ohne elektronische Regelung ist jedoch nicht die Pelletmenge entscheidend, sondern die Verbrennungstemperatur. Nur heiße Abgase erzeugen den nötigen natürlichen Schornsteinzug.
Ist der Trichter dagegen nur zu etwa einem Drittel oder maximal zur Hälfte gefüllt, fällt der Pelletnachschub ruhiger und sparsamer aus. Die Flamme wird schlanker, aber heißer. Diese höhere Abgastemperatur verbessert den Kaminzug spürbar – insbesondere an kalten, windstillen Tagen oder bei Hochdruckwetterlagen. Der Ofen „zieht“ besser, verbrennt sauberer und gibt die Wärme gleichmäßiger an den Raum ab.
Hinzu kommt ein weiterer, oft übersehener Aspekt: Der Fülltrichter ist ein massiver, vergleichsweise kalter Bauteil oberhalb des Brennraums. Ein stark gefüllter Trichter wirkt thermisch wie ein Kühlkörper und kann den natürlichen Auftrieb der Rauchgase leicht bremsen. Weniger Pelletmasse bedeutet weniger Wärmeentzug an dieser Stelle.
Die praktische Konsequenz ist eindeutig: Bei stromlosen, mechanischen Pelletöfen ist ein moderater Füllstand oft effizienter als ein voller Trichter. Häufigeres Nachfüllen bei geringerer Füllmenge stabilisiert die Verbrennung und verbessert die Heizleistung – ein Detail, das in der Praxis eine größere Rolle spielt als viele theoretische Stellschrauben.
Gerade weil dieser Zusammenhang kaum dokumentiert ist, erklärt er viele vermeintlich „unerklärliche“ Leistungsschwankungen solcher Öfen im Alltag.

