Auf geht es in die Grenzregion!

Deshalb ein Text aus früheren Zeitungs- und heimatkundlichen Beiträgen, vermischt mit eigenen Informationen, über die Strecke vom Merziger Becken in die Grenzregion.
Viele Fotos
Los geht’s, starten wir in Merzig …
„Der Wagen fährt über die Saarbrücke, und wenn er das gegenüber von Merzig am andern Saar Ufer gelegene Hilbringen, erreicht, fällt ein stattlicher, hochragender Bau inmitten des Dorfes auf, der mit seinem Portal, seinen Fensterreihen und seinem steilen, ab gewalmten Dach die vornehme Herkunft nicht verleugnen kann. Es ist das Hilbringer Schloß.“ (Textauszug 1950)
Und rechts daneben ragt der Turm des „Saardoms“, der Hilbringer Kirche in die Höhe. Die Anhöhe auf der die schon seit Jahrhunderten eine Pfarrkirche steht wird auch „Petersberg“ genannt. Um die Kirche und auf der Anhöhe wurde im Mittelalter der Petersmarkt abgehalten.
Wenn man heute von Merzig kommend über die doch viel höher gelegene Brücke Richtung Hilbringen fährt, ist die Sicht auf das Schloss nicht mehr so frei wie früher. Die Bebauung der Merzigerstr war damals noch nicht so ausgeprägt. Wobei der Kirchturm einem von Merzig kommend aber noch immer ins Auge fällt.
Auch manche Kohlefuhre und auch andere Transporte von Merzig ins Lothringen hielten hier um Rast zu machen. Und man tränkte die Pferde am gegenüberliegenden Pesebrunnen gelegen an der Hilbringer Kreuzung, der heute ein karges Dasein fristet und ausgetrocknet ist.
Hilbringen der Hauptort des Särkov, der Bürgermeisterei und des Amts Hilbringen, das Ende 1973 in die Stadt Merzig integriert wurde. Früher Zentrum der Särkover Ziegelindustrie und des Tabakanbaues. Vieler Lokalitäten und Geschäfte von denen nicht mehr viel übrig ist.
Nun geht es über die Kreuzung am ehemaligen Gasthaus Pese, mit Pferdewechselstation, vorbei. Später befand sich dort auch eine Tankstelle.
Dann links beim Pfarrzentrum die Waldwisser hinauf.
Früher führte der reguläre Weg nach Waldwisse durch die Monbach über Mondorf, doch kurz vor 1900 wurde dann die „Nau Stross“ unterhalb des Nackberges vorbei führend, auf dem Nackberg prägend das 1933 aufgestellte Kreuz und die Orchideenlandschaft, und weiter oben durch den geschichtsträchtigen Heidwald gebaut. Wobei diese Straße im Bereich des Nackberges den Verlauf seitdem auch schon geändert hat.
Bevor die Straße in den Heidwald führte, im Bereich der ehemaligen Mülldeponie abzweigend die Heppengräth hinab nach Silwingen auf römischen Wegen, stand vor 1830 ein weiteres kleines Gasthaus in den Süssinger Gewannen beim Süsssinger Brunnen.
Dort befand sich im Mittelalter die Wüstung Süssingen, die nicht wie schon irrtümlich erklärt wurde der Ursprung Silwingens war.
Silwingen wurde 1030 das erste Mal urkundlich erwähnt. Aber vorher war es schon besiedelt. Das belegen römische Funde beim Bahnbau 1910 im Ortsbereich, die auf eine Villa Rustica hinweisen. Weitere römische Siedlungsspuren um Silwingen sind belegt. Ebenso fränkische Funde. Der Ortsname stammt von den Franken ab die im Quellbereich des Reinbaches siedelten.
Dann weiter durch den sagenträchtigen Heidwald am Heidwaldkreuz vorbei wo am 7. Mai 1900 ein Junge aus Waldwisse mit einem Kohlewagen tödlich verunglückte.
Aus dem Wald heraus kommend Richtung Molvinger Gewann kurz vor der Grenze rechts, lag dort die Wüstung Molvingen? Nach links blickend kann man den Lüftungsturm der ehemaligen Bahnlinie Merzig Betsdorf/Bettlainville im Wald erkennen, die den 1715 Meter langen Silwinger Tunnel mit Luft versorgte. Ein Teil von etwa 600 Meter in mitten des Tunnels gehört zu Frankreich, was schon früh zu Streitigkeiten führte.
Und dann vor dem Waldwisser Wald den Silwinger Zoll passieren.
Das Zollamt etwa 1936 gebaut. Im 2 Weltkrieg schwer beschädigt.
Die französische Gendarmerie kontrollierte lange Zeit nach dem zweiten Weltkrieg hier die Ausweise und andere Zollangelegenheiten.
Laut eines Zeitungsausschnitt vom Juni 1958, verrichteten die deutschen Zollbeamten ihren Dienst lange Zeit im Freien.
Nach dem Anschluss an Deutschland am Tag X, dem 5 Juni 1959, eröffnete das Zollamt auf den Saargauhöhen wieder.
In der Blütezeit arbeiteten im dortigen Zollamt 14 bis 16 Beamten. 1970 passierte der Tross der Tour de France den Silwinger Zoll.
Doch am 31. Dezember 1992 schloss das Zollamt für immer seine Pforten und der Schlagbaum verschwand.
Hinter dem Wald die Flandernstraße von Biringer kommend passierend, die dann weiter an Sierck vorbei, über unterschiedliche Weg Führungen, nach Flandern führt.
Dann der Blick auf Waldwisse ,das im 2 Weltkrieg schwer zerstört wurde und zum großen Teil eine neue Baustruktur erhielt, auf den aus dem Tal heraufschauendem Turm der dortigen Kirche. Früher zwei Bäckereien und Cafes, die von den Saarländern, auch uns, gerne besucht wurden. Oft bekamen wir noch vom Silwinger Zoll den Auftrag ihnen was aus Frankreich mit zubringen. Gerade aus über die Wiesser Kreuzung nach Reimlingen zum Schwein mit den zwei Köpfen oder rechts nach Sierck dem Herzogensitz an der Mosel. Wo wird der Weg hinführen …


Vor Waldwisse von Silwingen kommend




Nähe Tunnelportal Biringen


Zoll Silwingen                                                                                                                                                De Schurschten


Kapelle Silwingen                                                                                                                                       Biogasanlage Fitten in den Süssinger Gewannen, Wüstung Süssingen


Nackberg

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