Orte in Lothringen 1965

Das Schloss Hombourg-Budange, auch als „Perle der Canner“ bezeichnet, thront auf einer Anhöhe am Zusammenfluss von Canner und Altbach.
Seine Geschichte ist eng mit den Adelsfamilien verknüpft, die es über Jahrhunderte bewohnten.
Frühes Mittelalter: Das Dorf Homburg wurde unter dem Namen „Hunerica“ erwähnt. Erst im 12. Jahrhundert wandelte sich die kirchliche Herrschaft langsam in eine weltliche.
Eine Adelsfamilie „de Mengen“ trat kurzzeitig in Erscheinung, verschwand aber Mitte des 13. Jahrhunderts.
1276 wird Jean de Raville-Varsberg als Herr von Homburg erwähnt. Ihm verdankt man wahrscheinlich den Bau der ersten befestigten Anlage.
Seine Tochter Sara heiratete Wyrich de Créhange. Dessen Enkel Jean II brachte das Schloss Anfang des 15. Jahrhunderts in den Besitz der Familie Créhange.
Im 16. Jahrhundert wurde das Schloss in den Konflikten zwischen lothringischen Truppen und den Soldaten des französischen Königs Heinrich II. beschädigt.
Wyrich de Créhange ließ es rasch im Renaissancestil als Lustschloss wieder aufbauen.
Das Hauptgebäude wurde U-förmig mit Wachtürmen an den Ecken gestaltet.
Eine quadratische Westturm wurde im 19. Jahrhundert hinzugefügt.
Reich verzierte Fenster und Fassadenelemente mit Masken, Pflanzen und Ledermotiven schmückten das Bauwerk.
1574 wurde der Zugangsturm mit einem Renaissanceportal vollendet, über dem sich das Wappen der Créhange befindet, gehalten von zwei Löwen. Eine verwitterte Inschrift nennt:
„Weirich. Her. Zu. Dorsweiller. Crichingen und Pittingen. Anno. 1574“.
Später kam das Schloss an die Familien Lenoncourt und Brisacier.
1655 erwarb Nicolas de Brisacier, Gouverneur von Sierck, die Herrschaft Homburg.
Mit dem Pyrenäenfrieden (1659) fiel sie an das französische Königreich.
Durch Heirat ging das Schloss an die Familie Malortie.
Jacques Gustave de Malortie ließ 1719 den Hof mit einem neuen Haupttrakt schließen, mit 14 Fenstern und geheimnisvollen Maskaronen.
Ein imposanter Giebel mit den Wappen der Familien Brisacier und Malortie schmückt die Fassade.
Später übernahmen die Familien Hunolstein und Mortemart das Anwesen. Letztere ist noch heute Eigentümerin.
Madame de Montespan (Françoise-Athénaïs de Rochechouart de Mortemart, 1640–1707) war die einflussreichste Mätresse von Ludwig XIV. und lange Zeit zentrale Figur am Hof von Versailles. Sie stammte aus der Familie Rochechouart de Mortemart, der das Château später durch Erbfolge zufiel
Das Schloss ist heute allerdings stark beschädigt und nicht mehr bewohnt, soll jedoch nach dem Wunsch des aktuellen Besitzers durch eine Renovierungskampagne wieder zugänglich und hergerichtet werden.
Die Kapelle und Grabmäler
Am Fuße des Hügels errichteten die Grafen von Hunolstein 1882 eine Kapelle. Geweiht dem Heiligen Antonius von Padua.
Dort befinden sich die Renaissance-Grabplatten von Wyrich de Créhange (in Rüstung) und seiner Frau Antoinette de Wild (mit Rosenkranz).
Ihre Wappen sind in die Ecken der Platten eingraviert – Werke des Trierer Bildhauers Hans Bildhauer.
Seit 1994 steht das Schloß unter Denkmalschutz. 2010 stürzte das Dach ein.
Zum ersten Mal seit 40 Jahren öffnete das Schloss am 18. September 2022 im Rahmen der Heritage Days seine Türen.
Mittlerweile wurde der Verein „Freunde des Schlosses Hombourg-Budange“ gegründet der 2024 verschiedene Projekte dort initirte:
Nacht der Schlösser und Teilnamhe am Tage des offenen Denkmals 2024 und so weiter …………..…


Homburg-Budange, ein typisches lothringisches Arbeiter- und Bauerndorf
In der alten Schloßkapelle, am Fuße der Anhöhe gelegen, lebt die Erinnerung an die Schloßherren, deren Grabmäler sich rechts und links im Chorraum reihen. Das Dorf Homburg, zu dem das zwei Kilometer entfernt liegende Budange (rund 70 Einwohner) zählt ist im nahegelegenen Kedange eingepfarrt.
Acht Zehntel der Gemarkung ist Schloßbesitz (davon allein 700 ha Wald). Der Landbesitz ist in fünf große Pachthöfe von je 500 Morgen Ausdehnung aufgeteilt. Auch die alte Schule war Schloß Eigentum; im Herbst wird ein hochmoderner Schulhaus-Neubau eröffnet.

Foto aus dem Zeitungsartikel

 

 

Bahnhof Homburg-Budange

2024

Altes Thor. Aus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen: Beschreibende Statistik im Auftrage des Kaiserlichen Oberprädiums von Elsass-Lothringen, Band 3
Cover
Franz Xaver Kraus
C.F. Schmidts Universitäts-Buchhandlung, 1886

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