Gemeinsame Modernisierung neue Grenzbahnhöfe nach 1945

Gemeinsame Modernisierung: Elektrifizierung und neue Grenzbahnhöfe nach 1945
Beschleunigter Transit = Elektrifizierung + Gemeinschaftsbahnhöfe
Nach dem Ende der französischen Währungsunion mit dem Saarland 1959 wurde der Zoll an die französische Grenze verlegt. Neue Ämter entstanden in Forbach, Saargemünd und Hargarten-Falck; Apach hatte bereits ein bestehendes Amt. Ab Januar 1960 arbeiteten Zoll-, Gesundheits-, Pflanzenschutz- und andere Dienste beider Länder nebeneinander in neuen, gut ausgestatteten Anlagen – das Zusammenspiel wurde als reibungslos gelobt.
Elektrifizierung der Strecken
Wichtige Abschnitte wie Thionville–Apach, Hargarten–Überherrn und Béning–Forbach–Saarbrücken wurden elektrifiziert (25 kV, 50 Hz), um die Nordost-Achse zu einem leistungsfähigen Korridor für den EGKS-Austausch zu machen. Dies stärkte Verbindungen zwischen Industriegebieten in Lothringen, Saarland und Luxemburg.
Gemeinschaftsbahnhöfe im Detail
In Bahnhöfen wie Apach, Forbach, Saargemünd und Saarbrücken halten Züge nur einmal: Französische und deutsche Kontrollen laufen nacheinander am selben Gleis ab. Besonders Apach profitiert als Grenzpunkt ohne frühere Umbauzwänge – hier werden Güter wie Früherzeugnisse zügig abgefertigt, z. B. in nur zwei Stunden inklusive Wagenprüfung.
Güterverkehr und Einsparungen
Der Saarbrücken-Bereich bewältigt 12,5% des DB-Gesamtverkehrs bei nur 1,7% Streckenlänge, vor allem Kohle, Stahl und Eisenerz. Früher brauchte ein Waggon 24 Stunden für zwei Zollstopps; heute reichen 15 Stunden – eine Ersparnis von 9 Stunden pro Fahrt.​
Bürokratische Hürden
Trotz Effizienzverlusten durch fehlende Dokumente wie Lizenzen, Devisenbescheinigungen oder Rechnungen – diese Schwierigkeiten treten besonders bei Stückgut und Expresspaketen in Apach, Forbach und Saargemünd auf. Versender könnten Verzögerungen und Lagergelder vermeiden, indem sie Frachtbriefe vollständig mit Zolldokumenten oder Anweisungen versehen; das Personal in den Zollagenturen bewältigt dabei tägliche Schwankungen und wechselnde EG-Vorschriften mit hoher Kompetenz

Zweihundert Züge der französischen und der deutschen Eisenbahn überqueren täglich in beide Richtungen die französisch-saarländische Grenze. Im Jahr 1959 wurden nahezu 20 Millionen Tonnen Waren zwischen den beiden Ländern transportiert, die die gesamte reiche Palette des Austauschs abdeckten, von Massengütern bis zu Expresspaketen. Wenn man zudem bedenkt, dass etwa 90 % des gesamten Verkehrs an leicht verderblichen Lebensmitteln zwischen Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland über das Saarland abgewickelt werden, erhält man eine Vorstellung von der Arbeit der Warenkontrolle und der Papierprüfung, die von den 5 Gemeinschaftsbahnhöfen Apach, Forbach, Saargemünd (betrieben von der S.N.C.F.), Überherrn und Saarbrücken (betrieben von der D.B.) geleistet werden muss. Der größte Teil des Verkehrs wird vom Bahnhof Überherrn mit 60 Zügen pro Tag bewältigt, gefolgt von Saargemünd (52), Forbach (46) und Apach (40). Der Bahnhof Saarbrücken hingegen bündelt den gesamten im Transit befindlichen Stückgutverkehr aus Saargemünd und Forbach. Der Vollständigkeit halber sollte man noch die Transitstrecken über Busendorf/Hemmersdorf und Bliesbruck/Reinheim erwähnen, wo getrennte Zollkontrollen durchgeführt werden.
Apach: Hohe Volumina bei Import von Erz (z. B. 186.000 Tonnen?), Stahl (10.000 Tonnen) und Export von Kohle (ca. 20.000 Tonnen), Dünger, Holz.
Überherrn/Hargarten: Stark bei Stahlimporten und Eisenerz-Exporten, passend zur Elektrifizierung und Rangierfunktion.
Andere: Forbach, Saargemünd mit Fokus auf Industriegüter wie Metalle und Agrarprodukte.

Bilder La Vie du Rail 1961


„In Apach ist alles nagelneu: der Rangierbahnhof, der neue Gemeinschaftsbahnhof und der Personenbahnhof. Rechts fließt die Mosel, die hier die Grenze zum Großherzogtum Luxemburg bildet, in Richtung Sierck-les-Bains.“


Oben: „Der Dienststellenleiter hatte Wert darauf gelegt, mit seinen Bürokollegen der französischen Zollagentur auf diesem Foto abgebildet zu sein.“
Unten: „Am Fuße des Hügels an der Grenze zu Deutschland, wo sich die Häuser von Apach terrassenförmig aneinandereihen, gehört das beeindruckende Gebäude des Zollbahnhofs von nun an zum Stadtbild.“


„Eine Kontrollszene unter einer Halle, in der französische und deutsche Zollbeamte Seite an Seite arbeiten.“



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