Villeroy&Boch. Antonius Bruderschaft in Mettlach („Bruderschaft der Töpfer“)
Hinter dem weltbekannten Erfolg der Keramiktradition in Mettlach verbirgt sich eine Geschichte, die weit über rein industrielle Fertigung hinausgeht und ihre Wurzeln in den alten Handwerkszentren Luxemburgs hat. Lange vor der Industrialisierung war das Töpferhandwerk in Orten wie Nospelt in Zünften und religiösen Bruderschaften organisiert, die eine tiefe Verbindung zwischen Arbeit, Glaube und sozialem Zusammenhalt schufen. Ein entscheidender Wendepunkt war das Jahr 1767, als die Familie Boch ihre Porzellanmanufaktur in Septfontaines gründete und damit den Grundstein für eine neue Ära legte. Die dortigen Arbeiter brachten nicht nur ihr technisches Können, sondern auch den Geist der Antonius Bruderschaften mit in die Produktion. Als Jean-François Boch im Jahr 1809 die ehemalige Benediktinerabtei in Mettlach kaufte und dort die Produktion startete, brachte er diese luxemburgischen Traditionen der Betriebskultur mit an die Saar.
Hinter dem weltbekannten Erfolg der Keramiktradition in Mettlach verbirgt sich eine Geschichte, die weit über rein industrielle Fertigung hinausgeht und ihre Wurzeln in den alten Handwerkszentren Luxemburgs hat. Lange vor der Industrialisierung war das Töpferhandwerk in Orten wie Nospelt in Zünften und religiösen Bruderschaften organisiert, die eine tiefe Verbindung zwischen Arbeit, Glaube und sozialem Zusammenhalt schufen. Ein entscheidender Wendepunkt war das Jahr 1767, als die Familie Boch ihre Porzellanmanufaktur in Septfontaines gründete und damit den Grundstein für eine neue Ära legte. Die dortigen Arbeiter brachten nicht nur ihr technisches Können, sondern auch den Geist der Antonius Bruderschaften mit in die Produktion. Als Jean-François Boch im Jahr 1809 die ehemalige Benediktinerabtei in Mettlach kaufte und dort die Produktion startete, brachte er diese luxemburgischen Traditionen der Betriebskultur mit an die Saar.
Auf dieser Grundlage entwickelte Peter Josef Boch 1812 in Septfontaines ein wegweisendes Solidaritätsmodell, das religiöse Praxis mit einer frühen Form der sozialen Absicherung verband. Dieses erfolgreiche Konzept wurde zum direkten Vorbild für Mettlach, wo die Bruderschaft bereits 1817 ins Leben gerufen und 1819 durch Johann Franz Boch-Buschmann offiziell etabliert wurde. Diese Gemeinschaft war kein lokaler Zufall, sondern ein gezielter Export des „Luxemburger Modells“, für das viele Facharbeiter direkt aus dem Werk Septfontaines abgeworben worden waren. Die St.-Antonius-Bruderschaft fungierte dabei als Elitegemeinschaft für hochqualifizierte Facharbeiter, in die nur echte „Künstler“ an Form und Dekor nach strenger Prüfung aufgenommen wurden. Die Vorsteher wachten über den moralischen Lebenswandel der Mitglieder, während die Bruderschaft gleichzeitig als religiöse Instanz unter dem Schutz des heiligen Antonius stand.
Einmal im Jahr wurde diese starke Gemeinschaft für die gesamte Region sichtbar: Am Vorabend des Antoniustag zogen die Keramarbeiter in einer feierlichen Prozession zur Pfarrkirche.
Diese Umzüge waren eine kraftvolle Demonstration von Standesehre und Zusammenhalt. Als direktes Erbe der alten Luxemburger Zunftaufzüge prägten diese feierlichen Aufmärsche über Jahrzehnte die Identität der Arbeiter und festigten ihre Bindung an das „bochsche Werk“. Wann genau diese Tradition der Prozessionen schließlich ein Ende fand, ist heute nicht mehr bekannt und verliert sich im Dunkel der Geschichte. Dennoch bleibt das Erbe dieser Bruderschaft als Fundament einer Unternehmenskultur bestehen, die technisches Wissen mit einer gelebten sozialen Gemeinschaft verschmolz.
Bemerkung:
—Luxemburger Wort 22 Juni 1892 Bericht über Fest der Antonius Bruderschaft Mettlach zu Ehren ihres Patrons des hl. Antonius.
–Pfarrei Siebenbrunnen geründet 1843 Parton der hl. Antonius von Padua. Fest am ersten Sonntag nach dem 13 Juni,
–Bericht 1946 Antoniusfeier Rollingergrund der Fayoncerie Septfontaines am Vorabend des Antoniustages
–„Alles deutet darauf hin, daß die Mettlacher St. Antonius-Bruderschaft, die erst 1925 in „Arbeiterpensionskasse“ umbenannt wurde, am 13. Juni, dem Namenstag des Schutzpatrons der Töpfer, des hl. Antonius, gegründet wurde.
Diese Umzüge waren eine kraftvolle Demonstration von Standesehre und Zusammenhalt. Als direktes Erbe der alten Luxemburger Zunftaufzüge prägten diese feierlichen Aufmärsche über Jahrzehnte die Identität der Arbeiter und festigten ihre Bindung an das „bochsche Werk“. Wann genau diese Tradition der Prozessionen schließlich ein Ende fand, ist heute nicht mehr bekannt und verliert sich im Dunkel der Geschichte. Dennoch bleibt das Erbe dieser Bruderschaft als Fundament einer Unternehmenskultur bestehen, die technisches Wissen mit einer gelebten sozialen Gemeinschaft verschmolz.
Bemerkung:
—Luxemburger Wort 22 Juni 1892 Bericht über Fest der Antonius Bruderschaft Mettlach zu Ehren ihres Patrons des hl. Antonius.
–Pfarrei Siebenbrunnen geründet 1843 Parton der hl. Antonius von Padua. Fest am ersten Sonntag nach dem 13 Juni,
–Bericht 1946 Antoniusfeier Rollingergrund der Fayoncerie Septfontaines am Vorabend des Antoniustages
–„Alles deutet darauf hin, daß die Mettlacher St. Antonius-Bruderschaft, die erst 1925 in „Arbeiterpensionskasse“ umbenannt wurde, am 13. Juni, dem Namenstag des Schutzpatrons der Töpfer, des hl. Antonius, gegründet wurde.
1894 zu einem Zeitpunkt, an dem auch schon staatliche Regelungen zum Tragen kamen, wurde die St. Antonius-Bruderschaft dann in eine regelrechte Pensionskasse umgewandelt,
die auch offiziellen Charakter hatte. Die Rente wurde den Dienstjahren entsprechend festgesetzt.
Quellen :
1300 Jahre Mettlach
Die Firma Villeroy&Boch Mettlach. Ihre Entstehung und Entwicklung bis zur Gegenwart
Die Firma Villeroy&Boch Mettlach. Ihre Entstehung und Entwicklung bis zur Gegenwart
Artikel in der Heimatbeilage der SZ vom September 1962 von Karl Conrath
Artikel in der eluxemburgensia

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