Sierburg, Itzbach, Hemmersdorf
Woher der Name „Königsberg“ stammt, lässt sich heute nicht mehr mit letzter Sicherheit nachweisen. Betrachtet man jedoch die historische Entwicklung des Raumes Hemmersdorf und Siersburg, ergibt sich eine durchaus schlüssige Erklärung.
In Hemmersdorf wurde eine gallorömische Villa nachgewiesen, deren Funde heute unter anderem(?) im Heimatmuseum zu sehen sind. Solche römischen Gutshöfe entstanden meist nicht zufällig, sondern lagen häufig an wichtigen Verkehrswegen. Viele dieser alten Straßen wurden auch nach dem Ende der Römerzeit weiter genutzt und gingen später in den Besitz fränkischer Herrscher über. Aus ehemaligen römischen Gutshöfen entwickelten sich nicht selten sogenannte Königshöfe oder villae regiae.
Der Heimatforscher Josef Forse weist in seiner Ortsgeschichte darauf hin, dass die römische Villa von Hemmersdorf möglicherweise eine solche Entwicklung genommen haben könnte. In diesem Zusammenhang bringt er auch die Flurnamen „Königsstraße“ und „Königsberg“ ins Spiel.
Der Verlauf der alten Königsstraße ist durch die Arbeiten von Anton Jacob gut bekannt. Von Metz kommend führte der Weg durch das Niedtal über Bouzonville, Niedaltdorf und Hemmersdorf. Bei Siersburg kreuzte er die alte Flandernstraße, die im Volksmund auch als „Krumme Meil“ bezeichnet wird. Anschließend überschritt die Straße bei Rehlingen (Furt) die Saar und verlief weiter durch das Haustadter Tal in Richtung Tholey nach Mainz.
Auch die preußische GK25-Karte von 1875 bestätigt diesen Verlauf. Dort finden sich die Flurnamen „An der Königstrass“ und „Altstrass“, und die alte Wegetrasse ist noch deutlich erkennbar. Unmittelbar oberhalb dieser Straße erhebt sich der Königsberg als markanter Geländepunkt über der Altstrass.
Gerade diese räumliche Nähe von Königsstraße und Königsberg ist bemerkenswert. Flurnamen mit dem Bestandteil „König“ beziehen sich häufig nicht auf einen tatsächlich dort anwesenden König, sondern auf ehemaligen Königsgutbesitz, Bannrechte, Grenzmarken oder andere herrschaftliche Einrichtungen. Der Königsberg nimmt hierfür eine auffallend günstige Lage ein. Von hier aus überblickt man das Niedtal und die alte Verkehrsverbindung.
Einen direkten Beweis für die Herkunft des Namens gibt es nicht. Dennoch spricht vieles dafür, dass der Königsberg seinen Namen den mittelalterlichen Herrschafts- und Besitzverhältnissen verdankt, die mit der Königsstraße und der verkehrsgeographischen Bedeutung des Gebietes zusammenhingen. Auf Karten erscheint der Name jedoch erst nach 1800. Auf einer Karte von 1825 findet sich an derselben Stelle die Bezeichnung Kierberg, was als frühe, mundartliche Vorform des späteren Namens gedeutet werden kann.
Die auf dem Berg nachgewiesene keltische Wallanlage ist dagegen wesentlich älter. Sie entstand lange vor der mittelalterlichen Namensgebung und steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem Begriff „König“. Ihre Existenz zeigt jedoch, dass der Berg schon in vorgeschichtlicher Zeit als strategisch wichtiger Ort erkannt wurde. Solche markanten Höhenpunkte behalten ihre Bedeutung oft über Jahrtausende hinweg. Sie dienen als Orientierungspunkte, ermöglichen weite Ausblicke und eignen sich zur Kontrolle wichtiger Verkehrswege. In diesem Sinne knüpften die mittelalterlichen Nutzungen vermutlich an eine sehr viel ältere Tradition an.
Quellen
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Josef Forse: Geschichte der Orte und Pfarreien Großhemmersdorf und Kerprichhemmersdorf : alte Königsstraße, villa regia, Römerzeit staatliches kaiserliches Anwesen, später dort ein fränkische Königsgut
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Anton Jacob: Die Siersburg im Wandel der Jahrhunderte: Niedtalstraße Metz Beckingen Königsstaße Niedtal Metz Beckingen Tholey
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Dr. Werner Klemm Über die Nied : von der mittelalterlichen Ponte zur modernen Bogenbrücke in Siersdorf: Römerstr Metz Siersburg Tholey nach Mainz –
Alte Salzstraße Gallien Metz Mainz durchs Niedtal !?
Auf den Gemarkungen Büren „Hostenberg“ und Itzbach „Im Host“ befindet ich die vorgeschichtlich Wehranlage auf dem heutigen Königsberg
Zwei Wiedersprüche sind mir auf gefallen:
Wallerfangen und die Flandernstraße von Sverre Ardstad „.. uralte Salzstraße von St.Avold über Keringen nach Wallderfangen runter.“
Die Saarbrückische Gelaits-Straß von Hermann Diehl „Die Geleiststr die von Metzt nach Saarbrüken führt wird als alte Königsstraße bezeichnet.
Es bleibt interessant …

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