Maria Lichtmess. Et Spönnen vergess – bei Daach zou Nöht gess.


Der bekannteste Spruch zu diesem Tag. Solcher Art gibt es noch sehr viele mehr die wir hier nicht näher erläutern werden.
„Das Fest Mariä Lichtmess hat im heutigen Volksleben viel von seiner früheren Bedeutung verloren.“
So eine Ausführung in einem Artikel der 1930zigerJahre aus Elsaß-Lothringen.
Mariä Lichtmess, der 40. Tag nach Weihnachten, erinnert an die Reinigung Mariens und die Darstellung Jesu im Tempel. Schon früh gewann der Tag im Elsass besondere Bedeutung. Erstmals wird das Fest 756 im Weißenburger Martyrologium erwähnt, später im Murbacher Martyrologium des 9. Jahrhunderts. Ein noch älterer Murbacher Ordo zeigt, dass hier bereits im 8. Jahrhundert eine Lichterprozession gefeiert wurde – ein Hinweis darauf, dass der Brauch in mehreren elsässischen Abteien verbreitet war. Das Mainzer Konzil von 813 erhob Lichtmess zum gebotenen Feiertag, und 820 erscheint es im Capitulare des Bischofs Haito von Basel.
Mit der Zeit entwickelte sich die Kerzenweihe zum Mittelpunkt des Festes. Für den großen Wachsbedarf mussten die Kirchen sich frühzeitig eindecken: In den Tagen vor Lichtmess wurden Kerzen gekauft, Lichter gezogen und Nussöl für Ewiges Licht und Altäre gepresst. Die Rechnungsbücher der Pfarrei Boersch aus dem 15. Jahrhundert belegen diese Vorbereitungen eindrucksvoll. Am Festtag selbst sammelte der Heiligenpfleger zusätzlich Geld für die Wachsbüchse.
Die geweihten Kerzen spielten im Volksleben eine wichtige Rolle. Als Sterbekerzen sollten sie Trost spenden und die Fürbitte Mariens begleiten; der Straßburger Arzt Hieronymus Brunschwig beschreibt diesen Brauch im 16. Jahrhundert. In früherer Zeit legte man den Verstorbenen sogar ein Rautenkänzlein ins Grab, und in manchen Tälern wurden Rautenblätter in das Wachs der Lichtmesskerzen eingearbeitet. Ebenso verbreitet war die Wetterkerze, die man bei schweren Gewittern entzündete, während die Familie kniend Rosenkranz oder Hauslitanei betete. Kleine, mit Heiligenbildchen verzierte Wachskerzlein wurden dafür gern an Devotionalienständen gekauft.
Lichtmess galt allgemein als Schutzfest: Man segnete das Stallvieh mit der geweihten Kerze oder brachte aus dem roten Wachstock ein Kreuz oder einen Drudenfuß über der Haustür an, um Hexen und böse Geister fernzuhalten. Zugleich markierte der Tag im bäuerlichen Kalender den Beginn des Vorfrühlings. Alte Regeln sagen: „An Weihnachten wächst der Tag wie eine Mücke, an Neujahr wie ein Hahnenritt, an Lichtmess wie ein Hirschsprung.“ Mit dem länger werdenden Licht endete die Zeit der Arbeit bei Kerzenschein – besonders die Handwerker feierten dies. Die Schreiner begingen das sogenannte Lichtverbrennen oder Lichtertränken, ein fröhliches Ritual, das in Straßburger Quellen des 16. und 17. Jahrhunderts mehrfach erwähnt wird.
So weit ein kurze Ausführung zu deren Sichtung ältere Texte heran gezogen wurden. Weit mehr könnte man dazu schreiben aber das sprengt an dieser Stelle den Rahmen.

Grafik KI

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