„Liesdorf, welches gegenwärtig die ganze Gegend des Kohlenreviers bis in den Kreis Ottweiler mit Gemüse und Setzlingen zu Kohl und Runkelrüben versorgt, und seinen teilweisen mageren Sandboden durch Kultur und starke Düngung zu unglaublicher Produktion gebracht hat, war damals ebenfalls noch weit zurück; jetzt wurde der Boden etwas besser bewirtschaftet, weil die nahe Garnisonsstadt Saarlouis diesem Bann jetzt starke Düngermasse fast kostenfrei lieferte. Durch die Marktschiffe, die wöchentlich zweimal von Liesdorf nach Saarbrücken fuhren, hat sich, als der Gemüsebau Fortschritte machte, eine leichte Gelegenheit zum Gemüsehandel nach Saarbrücken, der in den folgenden Zeiten, als die Kohlenwerke und Fabriken einen bedeutenden Aufschwung nahmen, auch eine merkwürdige Entwicklung aller Kulturverhältnisse der Gemeinde Liesdorf hervorgehoben hat. Gegen Ende der 1830er Jahre regte es sich endlich auch im Kreise Saarlouis, als der Brückenbau in Dillingen und der Bau der Straße nach Saarbrücken, die den Kreis in seiner ganzen Länge durchschneidet, sowie der Ausbau der metzer„busendorfer- und lebacher Straßen in wenigen Jahren zu Stande kam. Darauf begann die außerordentliche Zunahme der Kohlenausbeute und die erweiterte Fabriktätigkeit nach allen Seiten hin Arbeit, Verdienst und Leben zu verbreiten, und nun blieb auch die Landwirtschaft nicht zurück. Der landwirtschaftliche Verein hatte sich vom Rheine her nach der Saar verbreitet, und da ein einzelner Kreis nicht im Stande war, eine Vereinigung von Männern zusammen zu bringen, um diesem Vereine Einfluss und Tätigkeit zu verschaffen, so waren die Kreise Saarlouis, Merzig und Saarburg zusammengetreten, und es gelang der kenntnisreichen Führung tatkräftiger opferfähiger Männer unter unsäglicher Mühe, bessere Ackerwerkzeuge und teilweise auch die Stallfütterung einzuführen.“
Nach Otto Beck Beschreibung des Regierungsbezirks Trier 1868-71 und einem Artikel von Rudolf Rehanek 1970
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